studentische tagung der kunstvermittlung                                                                                                                             15–17|12|2017    berlin


scroll down for english version


 

 

Vom 15. - 17. Dezember 2017 laden Studierende der Universität der Künste Berlin und der Akademie der Bildenden Künste München zu einer Tagung des studentischen Austauschs über Kunst und ihre Vermittlung nach Berlin ein.

 

Die aktuellen Tendenzen in der Lehrer_innenbildung sind strukturell wie inhaltlich geprägt durch eine neoliberale Verwertungskultur. Standardisierte Formen der künstlerischen Auseinandersetzung, Modularisierung intellektueller Abenteuer, der selbst gewählte Studiengang als Jagd nach Credit Points. Verschiedenste Formen der Diskriminierung bleiben größtenteils unhinterfragt. Diese Tendenzen schreiben sich auch in unsere Gewohnheiten ein und drohen sich in der Schule zu reproduzieren.

Deswegen ist es uns eine Notwendigkeit, unser Studium um das Format einer autonomen, studentischen Tagung zu ergänzen. Es ist unser Anliegen, Ansätze kritischer Kunstvermittlung, die sich als dekonstruktivistisch und transformativ, als anti-rassistisch und anti-sexistisch verstehen, zu erproben.

 

Im Rahmen der Tagung soll die Frage nach der Bedeutung der Form und der (Ent-)Bindung von Form und Inhalt in Vermittlungssituationen den thematischen Schwerpunkt bilden. Was transportiert ein Frontalvortrag? Warum kann meine Sprache diskriminieren? In welcher Beziehung stehen Sichtbares, Sagbares und Machbares? Wenn es für etwas kein Wort gibt, ist es dann trotzdem vorhanden? Wie viel Raum bleibt auf einem DIN A3-Blatt? Wie formt uns die Institution - welche Formen können wir ihr geben? Was heißt es, künstlerische Prozesse mit Ziffern zu kategorisieren? Ist Kunst, nehmen wir sie ernst, ihrer Natur nach nicht lehrbar? Oder wie können wir uns der „Quadratur des Kreises“ mutig und sinnvoll begegnen?

 

Die Tagung versammelt in erster Linie studentische Beiträge, Vorträge, Workshops, Versuche und wird durch Einladungen externer Künstler_innen und Vermittler_innen ergänzt werden. Die Formate der Beiträge sollen divers sein und sind - dem Thema der Tagung entsprechend - gleichzeitig Gegenstand der Tagung. Verschiedene Herkünfte, Bildungsbiographien, Studiengänge und somit Zugänge der Teilnehmenden sollen dabei reflektiert werden.

 


Student Conference on Art Mediation


We, students from Universität der Künste Berlin and Akademie der Bildenden Künste Munich, would like to invite you to take part in a student conference on art and its mediation. The conference will take place from 15th to 17th December 2017 in Berlin.


The current tendencies that we can observe in the education of teachers, structurally as well as in terms of content, are influenced by a neoliberal ‚culture of utilization‘: standardized forms of artistic confrontation, modularisation of intellectual adventures, the self-chosen field of study as a competition for more credit points. Whilst various forms of discrimination remain largely unquestioned, these trends also manifest themselves in our own habits and hence, are at risk to be reproduced in school. For this reason, it is a necessity to complement our studies with the format of an autonomous student meeting. It is our aim to test approaches of critical art mediation understood as de-constructivist and transformative, anti-racist and anti-sexist.


Within this framework, the focus of the conference will be on the meaning of form as well as on the (dis)connecting of form and content in mediation situations. What does a frontal lecture transport? Why can my language discriminate? What is the relationship between the visible and the possible? Even if there is no word for something, is it still there?  How much space remains on a DIN A3 sheet? How do institutions shape us – in which ways can we shape them? What does it mean to categorize artistic processes by giving grades in numbers? Is art, if we take it seriously, teachable at all? How can we boldly and sensibly meet the ‚quadrature of the circle‘?


The conference will primarily include student contributions, lectures, workshops, experiments and will be supplemented by contributions of external artists and mediators. The formats of the contributions should be diverse and will be, corresponding to the topic of the conference,  subject to discussion at the same time. Various backgrounds, biographies, areas of expertise and thus, different possible accesses of the participants are to be reflected.